Linde. Mütterliche Liebe.

Archetyp für den mütterlichen Trost, die Linderung. Sanftmut. Geborgenheit. Zuwendung. Achtsamkeit. Milde. Liebe. Gerechtigkeit. Weich. Süß. Beweglich. Lento-s=biegsam (indogermanisch). Die mütterliche Hand auf dem Schmerz. Man sagt die Linde kam in die Welt als die Kriege anfingen und es viel Leid zu lindern gab. Calciumqualität: gutmütig bis es weht tut, sie hält durch, sie bleibt, sie leidet, treu bis aufs Blut. Prinzip Hoffnung.

Abbild des Kosmos (Germanen): Raum unter dem Blätterdach die Unterwelt der Dämonen, Raum oberhalb der ersten Aststufe die Erde und die Menschen, darüber der Himmel der Götter.

Bräuche. Hochzeitspaare sollen unter zwei oben zusammengewachsenen Linden hindurch gehen um eine glückliche Ehe zu führen. Zum 1.Mai stellt man der Geliebten ein Lindenbäumchen vors Fenster (siehe auch Birke). An Johanni vor Sonnenaufgang Lindenzweige über die Haustüre hängen um vor Dieben sicher zu sein. Lindenbast an den Hörnern hielten in der Johannisnacht die Hexen aus dem Stall. Mit einem Lindenstock soll man den Teufel prügeln, mit einem Strick aus Lindenbast liese er sich fangen (Kujawen in Polen). Auf die Äcker gestreute Lindenasche vertreibe das vom Teufel geschickte Ungeziefer.

Liebesbaum. In der Antike wurde unter der Linde Aphrodite geopfert, die Germanen verehrten hier Freia, die Göttinen der Liebe. Später nagelte man an jede Linde eine Marienfigur, nahm ihnen so das heidnisch ‚Gefährliche‘ und aus den wilden Opferstätten wurden christlich züchtige Marienlinden.

Lindengeschichten sind Liebesgeschichten. Walther von der Vogelweide schlug unter der Linde sein Liebeslager auf Heidekraut und Rosen auf. Zwergenkönig Laurin soll unter ihr die Schwester Dietrich von Berns geraubt haben. Trägt tausende von kleinen Herzen an ihren Ästen. Das Liebespaar Philemon und Baucis wurde von Hermes und Zeus in zwei Bäume verwandelt, sie in eine Linde und er in eine Eiche. Dies galt für die Griechen als Gnade der Götter. Nach der griechischen Sage soll die Linde auch eng mit der Philyra, der Mutter Chirons, verbunden sein, die aus Scham über ihren Zentaurischen Sohn in eine Linde verwandelt wurde.

Lindwurm. Flügelloses, biegsames Drachenwesen. Siegfried Sage. Durch das Baden im Blut unsterblich, durch das Blatt einer Linde doch verwundbar. Die mütterliche Gerechtigkeit. Die Unverwundbarkeit durch Zauberei hätte die Schicksalsfäden in Frage gestellt).

Dorflinde. Den Menschen gut gesinnter Baumgeist. Liebt die Nähe des Menschen. Steht nicht gern dicht an dicht im Wald. Klassischer Mittelpunkt in Dörfern und Städten. Hochzeit Taufe Tanz Gesang Freude. Mittelpunkt vieler Feste. Schon im Mittelalter tanzte man um die Linde. Auch die Elfen tun dies wohl gerne. Linden brauchen viel Wasser, machen gute feuchte Luft und reagieren sehr empfindlich auf Abgase. Heutzutage stirbt Kommunikationsplatz unter der Linde aus. Das soziale Leben hat sich verändert.

Schutz- und Familienbaum. Am Tag der Geburt eines Sohnes pflanzte der Vater eine Linde. Soll Glück und Gesundheit bringen. Familienbaumgeschichte des Botaniker Lennés: In Schweden stand eine große dreistämmige Linde für die drei Familien Linné, Lindelius und Tiliander. Als die erste Familie ausstarb, vertrocknete einer der Hauptäste. Nach dem Tod von Linnés Tochter hörte die Linde auf Blätter zu tragen. Und als auch die letzte Familie ging, war die Kraft des Baumes erschöpft und sie starb.

Gerichtsbaum. Gerichtssaal und Richtstätte. Vermittlerin. Schlichterin. Freias Baum könne bewirken dass die reine Wahrheit ans Licht kommt. Ein verdorrter Zweig wurde in den Boden gesteckt und wieder grün wenn der Angeklagte unschuldig war. Die Kelten meinten ihr süßer Duft soll zu einem milderen Urteil bewegen (unter der Eiche wären diese wohl strenger ausgefallen).

Bienenweide (triefender, betörend süßlich duftender Nektar). Hummeln und Bienen lieben sie. Wehrt sich gegen Blattläuse mit Zuckerlösung (siehe Autodächer im Frühling).

Lindenholz. Kein gutes Brennholz. Früher mal heiliges Holz, Lignum sanctum. Besonders weich und gut geeignet für Schnitzereien (Michel aus Lünneberga) und Bildhauerei (mittelalterliche Madonnen). Schon in Pfahlbauten fand man Lindenbast für Matten, Betten, Kleidung und Seile. Heute für Pinselstiele, Uhrenkästen, Spulen, Reißbretter. Und als Klangboden für Klaviere und Orgeln. Lindenkohle als Zeichenkohle oder Schießpulver.

Schweißtreibende Glykoside (siehe auch Holunder). Schleimlösend. Krampfstillend. Beruhigend. Wärmend. Steigert die Abwehrkräfte. Lindenblütentee, Lindenblütenwasser, Lindenkohle, Lindenblütenhonig, Bäder. Kümmern, trösten, sorgen, lindern, einhüllen. Alles wird gut.

Winterkrankheiten. Erkältung Schnupfen Husten Grippe Bronchitis Fieber. Verschleimung der Lunge. Unterleibsbeschwerden aufgrund verschleimter Nieren (Kneipp). Neuralgien. Rheuma. Alles was wahnsinnig weh tut. Burnout. Schlaflosigkeit. LeberGallenHautErkrankungen. Um ins Schitzen zu kommen. Schreibabys. Mütter die nicht loslassen können. Augenmittel (Bingen). Reinigt und stärkt die Haut (mildes Gesichtswasser). Lindenkohle wirkt desinfizierend, bindet Giftstoffe im MagenDarmTrakt, bei Blähungen, Erbrechen, entzündlichem Magen, Darmerkrankungen, Sodbrennen, Vergiftungen. Zahnpulver aus Lindenkohle stärkt das Zahnfleisch.

Im Altertum (Plinius und Gelnus) die Rinde bei Aussatz, die Blätter bei Geschwüren, der Saft bei Haarausfall und die Lindenkohle bei Blutspeien. In Griechenland und auf Kreta der heilende Baum schlechthin im Altertum.

Planet: Mond. Sternzeichen: Skorpion

Baumkalender der Kelten: 11-20.März und 13.-22.September, Tage vor dem Frühlings- und dem Herbstanfang, der ausgewogenen Verhältnisse zwischen Tag und Nacht. Lindengeborene sollen besonders empfänglich gegenüber Signalen einer vollkommenen Welt sein (zb Albert Einstein).

!!! Diese Zusammenfassung ersetzt keinen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker deines Vertrauens und soll nicht zum eigenmächtigen experimentieren animieren sondern nur zum persönlichen Verständnis beitragen!!!

Quellen: Blätter von Bäumen (Fischer-Rizzi), Heilpflanzenpraxis Heute (S. Bäumler), Heilpflanzen gestern und heute (Dörfler Roselt), Lexikon der Naturheilkunde (Oertel-Bauer), Netzrecherche, Unterrichtsskripte

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