Holunder. Frau Holle.

Holder. Holler. Fliederbusch. Althochdeutsch Holatar=hohler Baum, Holder=Bruchholz.

Hohe Frau. Frau Holda/Holla/Holle. Die Leuchtende, die Strahlende, lichtweisende Muttergöttin. Die gute Mutter, die begleitet wenn Wandlung notwendig ist, wenn der nächste Schritt ansteht. Thema Erwachsen werden, erwachen. Schleusen öffnend wo Hindernisse sind. Seelenwächterin. Türöffner. Verwandler. Ichwerdung. Frauwerdung. Vegetationsgöttin, wacht über die Jahreszeiten.

Hold. Huld. Den Menschen mild und freundlich gesonnene Göttin, die das Leben der Pflanzen und Tiere beschützte und die Menschen von Krankheiten heilen konnte. Die Güte der Mutter Erde und das strahlende Himmelslicht zugleich. Führerin der Holden und Perchten, der elbischen Geister und der Seelen der Verstorbenen. Durch die Christianisierung wurde aus der Lichtgöttin selbst der gefährliche Spukgeist, die Perchta oder eiserne Bertha, die in Rauhnächten ihr Unwesen treibt.

Ahnmutter. Totengöttin. ‚Sitzen unterm Hollerbusch, machen alle husch husch husch‘. Früher bahrte man im Alpengebiet Tote auf Hollerzweigen um die Toten zu Zur Göttin zurück zu führen. Eldertree (engl), der Baum der Ahnen. Mit dem Hollerstab nahmen die Bestatter Maß für den Sarg. Der Fuhrmann des Leichenwagens schwenkt einen Hollerzweig statt Peitsche. Judas soll sich an einem Holunder erhängt haben.

Die Germanen brachten unter ihm ihre Opfer der Göttin Frija zu ehren (besonders in Bayer, Schwaben, dem Elsass und der Schweiz). Schutz vor Feuer, Seuchen und Zauberei. Schutzgöttin der Liebe und des Lichts. Sie bewahrte die Seelen die nicht nach Walhalla dürfen. Hel als die oberste Göttin der Nordmythologie.

Blütenelfen sprechen mit den Holunderbüschen und singen mit den Pappeln.

Märchen der Gebrüder Grimm. Bezug zu Quellen und Brunnen: Tor zur Anderswelt=Eintrittspforte zu Frau Holle. Schlüsselblume, Veilchen und Anemone sind ihr geweiht. Brote und Äpfel als Symbole der Fruchtbarkeit. Lehrt Respekt vor Nahrung und Pflanzen. Wer den Weg des Lichts geht den überschüttet sie mit Erkenntnis und Weisheit (im Märchen in Form von Goldtalern). Glücksmarie und Pechmarie. Man muss die Dinge tun wenn sie reif sind, wenn sie anstehen.

Früher war es streng verboten einen Holunder zu fällen oder zu beschädigen. In Tirol heisst es noch heute man solle vor dem Holunder den Hut ziehen oder einen Knicks machen. Er riecht ein bisschen nach Pipi, der Holunder, und er mag es wenn man in anpinkelt.

Kinderwunsch. Man bat Frau Holle auch um Fruchtbarkeit. Babys wurden früher in Holunderzweige gelegt weil die Holle sie beschützt aber auch lockt. Kindertee um in die Ruhe zu kommen. In Zyklusteemischung für die erste Zyklushälfte.

In Voralberg und Süddeutschland heilte man die Flechtenkrankheit bei Kühen indem man drei Sprossen des Holunder im Namen des Tieres in den Kamin hing, und wie die Sprossen dürr wurden, so verschwanden auch die Flechten (sympathische Heilverfahren). Maulwürfe vertreibt man mit Holunderblättern im Gang. Möbel damit abreiben um Wurmfrass vorzubeugen. Zahnschmerzen wird man los wenn man am Karfreitag auf einen Holunderast beißt. Sein Fieber wenn man einen Faden mit einem Vers an den Baum hängt (‚Oh Fiebrbaum, du lieber, mich quält das kalte Fieber. Weil Judas sich an dir erhängt, sei das Fieber nun dir geschenkt‘).

Wächst stark und wild. Anspruchslos. Kann als einziger Baum die saure und unfruchtbare Erde unter den Fichtenwäldern verwerten. Zwillingsbaum (siehe auch Weissdorn) mit hellen und dunklen Kräften (weisse aufrechte Blüten und rote hängende Beeren). Bezug zu Licht und Schatten. Holunder ist nicht das Aber, sondern das Und.

Eine der fünf Universalheilerinen. Die Hollermutter sorgt gut für ihre Kinder. Sie sorgt für Nahrung, Heilung und Freude. Verwendung für Blüten, Früchte, Holz, Rinde und Wurzel. Schon in der Steinzeit und im Altertum, bei den Hippokratikern (5.Jhr v.Chr.) und zur Pfahlbauzeit (3.-4.Jhr v.Chr.) wurde Holunder verwendet. Aus den markreichen Zweigen kann man zb Flöten machen. Die Textilindustrie fand es als natürlicher Farbstoff Verwendung.

Holunderblütentee = Fliedertee. bei Erkältungskrankheiten (stark schweißtreibend). Grippe. Schnupfen. Bronchitis. Lungenentzündung, Fieber. Scharlach Masern Röteln Windpocken. Asthma Atemnot. Beruhigend und schmerzlindernd bei Kopfschmerzen, Zahn- und Ohrenschmerzen. Hauterkrankungen, Exantheme, Flechten. Im Mittelalter brannte man das Holunderblütenwasser für Geschwülste, Wassersucht, Leber- und Milzleiden.

Holunderbeeren enthalten viele Vitamine. Saft. Mus. Wein. Marmelade. Stärkt die Abwehrkräfte. Saft bei Rheuma, Gicht, Neuralgien, Ischias. Roh leicht giftig und in Mengen unbekömmlich.

Rinde und Wurzeln wirken stark harntreibend. Reguliert die Lebensflüße. Bei Harnverhalt Und Wasseransammlungen, Depression. Albertus Magnus beschreibt im 13.Jhr, dass die innere Rinde von oben nach unten als Abführmittel (Schleimmangel im Darm), und von unten nach oben als Brechmittel zu gebrauchen sei. Die Blätter haben eine schwächere harntreibende Wirkung.

Planeten: Merkur Sonne Venus Mars. Sternzeichen: Zwilling.

!!! Diese Zusammenfassung ersetzt keinen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker deines Vertrauens und soll nicht zum eigenmächtigen experimentieren animieren sondern nur zum persönlichen Verständnis beitragen!!!

Quellen: Blätter von Bäumen (Fischer-Rizzi), Heilpflanzenpraxis Heute (S. Bäumler), Heilpflanzen gestern und heute (Dörfler Roselt), Weidenfrau und Wiesenkönigin (L. Francia), Lexikon der Naturheilkunde (Oertel-Bauer), Netzrecherche, Unterrichtsskripte

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