Eiche. Die Stärke.

Quercus (keltisch quer=schön, cuez=Baum) robur (lateinisch =Kraft/Stärke). Eck. Eckenboom. Achen.

Freiheitsliebe. Willensstärke. Kraft. Unbeugsamer Stolz. Erdenschwere. Nicht gefällig und anschmiegsam. Sträubt sich gegen alles. Wappenbaum der Deutschen (patriotischer Kult).

Geschlossene Eichenwälder zur Zeit der Germanen und Kelten. Durch Waldweidewirtschaft (Schweine fraßen alle Eicheln weg und zertrampelten die wenigen kleinen Bäume), den Fakt, dass die Eiche mit ihren knorrigen Ästen dem Menschen für seine geraden Straßen und neuen Wohnsiedlungen im Weg stand und die Christianisierung (Apostel Bonifazius) völlig verschwunden. Stattdessen wurden überall schnell wachsende Fichten, Birken und Kiefern gepflanzt. Eichen wachsen sehr langsam, erst mit 60-80 kommen sie in die Pubertät und fangen an zu blühen und werden 800-1000Jahre alt.

Eichenheiligtum der Germanen. Donar/Thor/Perkunas, dem Donnergott unterstellt. In ihren Stämmen wurden Standbilder Donars untergebracht und nur Priester durften dort hinein.

Die Vorfahren der Hesse, die Chatten hielten unter dem Dach der Eichen ihre religiösen feiern und Gerichtsversammlungen ab (Centbäume). Anders als unter der Linde konnte hier mit strengeren Urteilen gerechnet werden.

Vom keltischen Namen dair für Eiche ist auch der Name Druide abgeleitet. Sie schnitten mit ihren goldenen Sicheln die Eichelmisteln (siehe Miraculix), die ohne jemals die Erde zu berühren zu Amuletten gegen Krankheiten und Dämonen geschnitzt wurden. Der Mistelzweig als Weihnachtsschmuck hat in England und Amerika heute noch große Bedeutung (Eichenmistelmysterien).

Sitz der Nymphen/Dryaden (griech. drus=heilige Eiche). Sie lebten unter der Rinde. Genau wie die Zikaden und Bienen. Den Name Biene trugen auch die Priesterinnen in Delphi, Eleusis und Ephesos (Symbol eines Lebens nach dem Tod). In der germanischen Mythologie stellten Bienen die Seelen dar, die ins Schattenreich hinabstiegen um zur Erde zurück zu kehren. Met galt bei den Griechen, Römern und Kelten als Unsterblichkeitstrank.

Eichenkulte sind auch von den Hethitern, Persern, Griechen und Römern bekannt. Die Griechen hörten im Rauschen der Bäume ihren Gott Zeus. Früher war das Orakel von Dodona wohl Dione, der Göttin der Erde und Natur, geweiht. In Dodona in Epirus sollen die heiligen Eichen des Zeus gestanden haben. Die hohe Priesterin las das Orakel aus dem Rauschen des Baumes. Die Eiche spielt nicht mit dem Wind, wie Weiden, Espen oder Birken. Sie ringt mit ihm, zeigt ihm ihre Ellenbogen.

Eichen stehen bevorzugt auf Kreuzungspunkten von Wasseradern, über den gerne der Blitz einschlägt (mächtiger Blitzableiter) ‚Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen, kannst du Linden grad nicht finden‘.

Sie wurden auch als Grenzbäume der Grafen gepflanzt (Eck, Eckenboom) und hatten genügend Platz sich zu mächtigen Individuen zu entwickeln.

Zum Hausbaum ist die Eiche, im Gegensatz zu Eschen, Buchen und Linden, nie gemacht worden. Wer will schon einen Baum am Haus der mit dem Blitz- und Donnergott in Verbindung steht. Außerdem verrottet das Laub schwer und wird von Tieren nicht gern gefressen.

Anders die Eicheln. Sie wachsen nur alle 2-7Jahre (Mastjahre), sind zu schwer für den Wind und haben keine Flügel, deshalb vertraut sie der Baum den Tieren an. Eichelhäher zb forsten regelrecht auf. Sie stecken die Eicheln in sinnvoller Entfernung voneinander in den Boden. Nicht nur als Futtervorrat, sondern um seinen fernen Nachfahren Futterbäume zu pflanzen.

Auch Menschen nutze und nutzt die Eichel als Nahrung. In Notzeiten vermischt mit Weizen- oder Roggenmehl zum Brotbacken. Die amerikanischen Ureinwohner schälten die Eicheln, zerrieben sie im Mörser, stellten das Mehl zwei Tage zum spülen in den Fluss, drückten es aus, trockneten es und stellten daraus vermischt mit Weizen- und Maismehl Pfannkuchen, Süßspeisen, Suppen und Brot her. Eichelmehl hat einen würzig, nussigen Geschmack. Genau wie Eichelkaffee.

Eichhörnchen, Eichenprozessionsspinner, Eichenbock und Eichengallwespe tragen ihren Namen in sich und leben mit und von der Eiche. Die Eichengallwespe zb legt ihre Eier in die Blätter der Eiche, auf das diese für ihre Nachkommen Galläpfel baut (verstärkte Gerbstoffabsonderung). Die Eiche übernimmt so die Versorgung der Eier und Larven, bietet Kost und Logis, bis die Wespen im Herbst schlüpfen. Galläpfel wurden Zur Herstellung von Farbe und Tinte benutzt, zum Gerben, Färben und für Heilmittel.

Das Holz der Eiche ist wertvoll, dauerhaft und haltbar, und besonders resistent gegen Schädlinge. König Artus Tafelrunde war aus Eichenholz gefertigt und die meisten Wein- und Cognacfässer sind es immer noch. Die Rinde ist extrem gerbstoffreich und wurde früher in Lohmühlen zerkleinert um Felle zu Gerben.

Eichenrindensitzbäder helfen bei Hämorrhoiden, Fisteln, Scheidenpilz, offenen Beinen, Gebärmutterentzündung. Als Waschungen mit dem Sud bei Hautunreinheiten, Psoriasis, fetter Haut, Frostbeulen, Kropf, Verbrennungen, Drüsenschwellungen und Ekzemen. Als Gurgelwasser bei geschwollenen Mandeln, Angina und zur Festigung des Zahnfleisches. Super Kinderheilmittel bei Hautausschlägen und geschwollenen Drüsen, Kinder die ‚einfach nicht richtig werden wollen‘ (Badewasser Mit Eichenrindensud und Walnussblättertee). Tee bei unspezifischen Durchfallerkrankungen.

Adstringierend. Juckreizstillend. Antiseptisch. Blutstillend. Antiviral. Entzündungshemmend. Antioxidativ. Fungizid. Wundheilend. Schmerzstillend.

Keltischer Baumkalender 21.März (unverwüstliche Lebens- und Durchhaltekraft). Germanische Baumreihe 3. Stufe ‚Wurzelschlagen‘/ der Zweck.

Jupiter.

!!! Diese Zusammenfassung ersetzt keinen Besuch beim Arzt oder Heilpraktiker deines Vertrauens und soll nicht zum eigenmächtigen experimentieren animieren sondern nur zum persönlichen Verständnis beitragen!!!

Quellen: Blätter von Bäumen (Fischer-Rizzi), Heilpflanzenpraxis Heute (S. Bäumler), Heilpflanzen gestern und heute (Dörfler Roselt), Lexikon der Naturheilkunde (Oertel-Bauer), Netzrecherche, Unterrichtsskripte

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