Leibarbeit

 

‚Die Erlebnisse unserer frühen Kindheit sind nicht vergessen. Sie stecken uns in ‚Fleisch und Blut‘. Sie steuern unbemerkt wie wir uns in Beziehungen verhalten, sie beeinflussen wie wir uns in unserer Haut fühlen. Auch wenn wir uns nicht bewusst erinnern, unser Körper weiss viel mehr, als wir denken.‘ GEO 2/13 ‚Das Gedächtnis des Körpers

Das schrieb ich in meiner ersten Stunde Leibarbeit am 11.5.12:

Erste Gefühle: Wirkt beim zuschauen im ersten Moment sehr befremdlich auf mich sich von fremden Menschen berühren zu lassen und noch viel mehr diese wiederum so zu berühren. Diese körperliche Nähe ist sonst nur Familie, guten Freunden und dem Partner in dem Maße ‚erlaubt‘. Derartige Berührungen beschämen, ja, verleiten sogar zum fremdschämen. Erst im eigenen direkten Kontakt in der Partnerübung löst sich diese Beschämung in Beschämung über die Beschämung. Die körperliche Berührung jedweder Art ist doch so viel natürlicher und unmittelbarer als jede gesprächliche Auseinandersetzung zwischenmenschlicher Art. Hier sprechen die Seelen und die Herzen miteinander.‘

Leibarbeit ist schwer zu erklären, man muss es erfahren, spüren was es macht, wie verrückt das alles ist. In keiner Therapieform habe ich so schnell so natürlich so viele Wunder erlebt.

Ich wurde einmal gebeten mich um einen schmerzenden Daumen zu kümmern dessen Ursache mysteriös und unerklärlich schien. Als ich mit der Behandlung anfing zog es mich jedoch eindeutig und ausschliesslich zur Wirbelsäule. Wenn das passiert zweifelt man anfangs viel an sich und der Methode und den eigenen Fähigkeiten. Ich blieb dran, der Ruf war stark. Beim nächsten Termin bei ihrem Physiotherapeuten berichtete die Frau ihrer Behandlerin davon und die sah sich die Wirbel mal genauer an. Und es war tatsächlich ein Wirbel verrutscht. Das hatte nichts mit dem Daumen zu tun und machte ihn auch nicht besser. Aber die Störung in der Wirbelsäule wurde dadurch entdeckt, vielleicht bevor sie ernsthaft Folgen hatte. Weil nicht der Daumen sondern eben der Wirbel dran war.

Ein anderes Mal behandelten wir zu dritt einen Mann der wegen Schmerzen in der Fussohle zu uns kam. Unabhängig voneinander zog es uns zu seiner Lunge. Als er die Augen öffnete teilte er mit uns, gerade den Zusammenhang von seinen Füssen und seinem Atem begriffen zu haben.

Als ich verzweifelt wegen meiner Schmerzen im linken Handgelenk aufgrund meines immer wiederkehrenden Ganglions leibtherapeutisch behandelt wurde, bekam ich währenddessen plötzlich die Idee, dass ich oft denke Leistung erbringen zu müssen, produktiv sein zu müssen, um eine Daseinsberechtigung auf dieser Welt zu haben. Am Tag darauf ließ ich meine Lehrerin nach Ganglion am linken Handgelenk repertorisieren, und sie kam auf Silicea. Und in der Woche darauf stolperte ich in meinen alten Silicea Unterlagen über diese Notiz: ‚Sie versuchen sich ihre Daseinsberechtigung zu erarbeiten‘. Die Behandlung war Freitags, schon am Sonntag brauchte ich keine Schiene mehr. Ohne Silicea genommen zu haben.

Das Schöne an Leib ist, dass man um den Verstand und das Bewusstsein herum arbeiten kann. Man muss nichts verstehen oder erklären. Dinge passieren einfach so, manchmal auch erstmal unmerklich und unterbewusst, haben dann aber eine ungeheure Auswirkung. Man arbeitet mit den Energien und nicht mit der Sprache oder dem Körper, also ist viel mehr viel schneller möglich. Man muss nicht daran glauben. So lange man offen ist und neugierig funktioniert es immer. Es passiert nichts mit einem was man nicht will, weil ich als Therapeut ja nur deinem eigenen Leibesruf folge. Richtig vollzogen ist es die am wenigsten übergriffige Methode die ich kenne. Und die Schönste. Nicht einmal in einer Massage kribbelt und fliesst es so schön und aufregend wie in Leib. Weil ich nicht nur den Körper sondern auch die Seele und den Geist berühre und berühren lasse. Seelenorgasmus nenne ich das. Ganz ohne Ausziehen, manchmal sogar ganz ohne Berührung, und niemals mit Berührung die du nicht willst.

Leibarbeit sieht sehr unterschiedlich aus. Manchmal wie eine Massage, oder es endet in einem wilden Tanz, einem ruhigen Tränenmeer, einem Lachkrampf, berührender Stille, manchmal halte ich nur eine Stunde deine Hand oder deinen Kopf, manchmal berühr ich dich noch nichtmal körperlich. Wie gesagt, es ist schwer in Worte zu fassen weil Worte damit nichts zu tun haben. Eines ist sicher, es passiert immer nur das was gerade soll, es hat nichts mit Sex zu tun (zumindest nicht mit körperlichem), du bist vollständig angezogen (und ich auch) und man muss es einfach selber ausprobieren.

Für mehr Informationen über Leibarbeit hier noch der Link zum Dürckheim Zentrum in Rütte. Zu meinem Lehrer Hp Andreas Krüger. Zum Fachverband für Heilpraktiker Berlin. Und zu meinem grossen Leibvorbild Hp Annett Antoni.

Einzelsitzungen

Ich und du und eine Stunde Zeit für das was gerade nach oben will. Gearbeitet wird auf dem Boden (Teppich), wenn dir das körperlich nicht möglich ist dann auch gerne auf dem Stuhl. Und angezogen, wie versprochen.

Paarsitzung

Ich und du und dein Partner oder deine Freundin, deine Schwester, dein Bruder, dein Kind (ab 18Jahren) oder deine Mutter/Vater. Behandeln tut ihr euch gegenseitig selber. Ich begleite euch hinein und durch und heraus. Meiner Meinung nach ist Leibarbeit die perfekte Methode zur Partnertherapie für Beziehungen und Themen jedweder Art.
Voraussetzung sind 1-2Einzelsitzungen mit jedem von euch um euch langsam und liebevoll ins Leibbewusstsein zu führen, und meine Einschätzung ob der Moment sich darauf einzulassen bei euch beiden passt. Ich behalte mir also vor euch nach den Einzelsitzungen oder auch zu einem späteren Zeitpunkt zu einer anderen Form der Paartherapie zu raten. Ich gehe aber davon aus, dass dies so gut wie nicht passieren wird. Noch eine Voraussetzung ist dass euer Thema etwas mit eurer Beziehung zu tun haben muss. Natürlich liegt der Verdacht immer nahe und bestätigt sich auch oft, dass Beziehungsthemen eigene Themen der jeweiligen Individuen sind, aber genau das wollen wir ja damit herausfinden und differenzieren. Nur starten sollten wir mit einem Thema das euch beide beschäftigt. Das muss nicht unbedingt ein Problem sein. Das kann auch einfach etwas sein was euch im Umgang miteinander auffällt, nachdenklich stimmt oder neugierig macht. Ich werde den Raum für euch halten, euch unterstützen, für euch da sei, währenddessen und hinterher und passiv und aktiv mitwirken wie es gerade angesagt ist.

Buchtipp

Dr. David Schnarch ‚Intimität und Verlangen‘ und ‚Die Psychologie sexueller Leidenschaft‘.

‚Uns von anderen lösen, nicht zu entfernen, bringt uns einander wirklich näher.
Es erfordert Übung und Selbstdisziplin und ist nicht einfach,
aber das gilt für das Meiste was im Leben zählt‘

Sein therapeutischer Ansatz zu Partnerproblemen und -lösungen ist der Beste den ich kenne. Er stellt die Differenzierung der beiden Individuen in den Vordergrund, und arbeitet in der Paartherapie nicht an der Beziehung, sondern an jedem Partner einzeln. Lesen lohnt sich!