Waldspaziergang

Corona Tagebuch

Ich möchte hier ab sofort regelmässig Gedanken und Ideen zu dieser stürmischen Zeit mit dir teilen. Dich vielleicht abholen aus der Starre und der Angst, das Bild entzerren und den Fokus auf die Bedeutung und die Chance dieser Zeit richten. Schön, dass du dabei bist.

Ich darf als Heilpraktikerin laut Infektionsschutzgesetz Corona 
Covid-19 nicht behandeln. Aber ich darf die Themen, die um es, 
und durch es in jedem Einzelnen entstehen, begleiten. 
Und dazu möchte ich dich gerne einladen. 

Ältere Beiträge findest du im Verlauf weiter unten…

11.April 2020

Ob die Massnahmen nun sinnvoll oder nötig oder angemessen sind, ist völlig egal. Zumindest auf der nicht wirtschaftlich-existentiellen Ebene. Fakt ist, sie zwingen uns mehr undefinierte Zeit auf. Und allein das ist jede Massnahme wert, finde ich.

Zeit uns mit uns zu beschäftigen. Zeit sich selbst ganz neu kennenzulernen, zu entdecken und zu empfinden. Zeit uns selbst – und damit auch anderen – ganz neu näher zu kommen. Zeit Dinge zu tun oder zu denken, die wir uns vorher nicht zu wagen getraut hätten. Zeit Kummer und Schmerz hochzuholen, durchzugehen und zu heilen. Zeit Potentiale hochzuholen. Zeit Unnützes zu begraben. Zeit loszulassen. Zeit zu wachsen. Zeit für Ehrlichkeit. Zeit für Authentizität.

Plötzlich backe ich selber Kuchen statt gekaufte Kekse zu futtern. Plötzlich mutiere ich zur Bastelmami und entdecke dabei meine künstlerische Ader. Plötzlich merke ich wieviel Schlaf ich eigentlich brauche und wie gut mir das tut. Plötzlich wird mir klar, dass in meiner Beziehung überhaupt nix ist wie es sein soll, und ich fange an darüber nachzudenken. Plötzlich nehme ich mir Zeit frisch zu kochen, und spüre den Benefit in meinem Bauch. Plötzlich merke ich wieviel Wut und Frustration in mir steckt, und wundere mich wo die sonst so hingegangen ist. Plötzlich lese ich das Buch, das schon seit Jahren im Regal wartet und das mich jetzt so glücklich macht. Plötzlich merke ich, dass ich nichts mit mir anfangen kann und fange an mich zu fragen warum. Plötzlich schaffe ich es jeden Morgen Sport zu machen oder zu meditieren. Plötzlich erscheint mir mein lieb gewonnenes Leben doch irgendwie falsch und ich überlege warum mir das nicht früher aufgefallen ist. Plötzlich freue ich mich an den kleinen Dingen, die vorher so selbstverständlich und ungesehen waren. Plötzlich kehrt eine nie gekannte Ehrlichkeit und ein daraus folgender Frieden ein.

Die Kunst des Wartens besteht darin die Zeit zu nutzen.

Buddhistische Weisheit

Ich wünsche uns allen, dass wir diese geschenkte Zeit sinnvoll nutzen für Weiterentwicklung, Veränderung und Wachstum. Hin zu einem authentischerem Ich, und damit auch automatisch hin zu einem ehrlicheren Uns. Denn ich glaube ganz fest daran, das ist der Sinn und die gute Absicht dieser Zeit.

Frohe Ostern und passt auf euch auf!

8.April 2020

Es ist nicht die Zeit des Verstehens. Der Verstand ist in diesen Zeiten nicht nur überfordert sondern auch unbrauchbar. Er besitzt weder die benötigten Grundlagen noch das nötige Werkzeug. Denken und planen und Ratio helfen uns nicht durch diese Zeiten.

Es ist die Zeit des Fühlens. Die Seele weiss, und hat immer gewusst, was zu tun ist und vor allem, wie es zu tun ist. Sie stellt Fragen, die richtigen Fragen. Sie sendet uns Gefühle, Wahrnehmungen und Sinneseindrücke und spricht damit den Teil in uns an, der mit dieser Situation klar kommt, der das nötige Werkzeug besitzt und der uns da auch wieder raus bringen kann.

Es ist der gleiche Teil, der anspringt wenn wir krank sind und keine Lust mehr haben auf unsere Symptome, wenn wir vom Widerstand in die Annahme gehen, anfangen zuzuhören und verstehen zu wollen. Aber nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen, mit unserer inneren intuitiven Weisheit. Denn nur sie kann begreifen was gerade passiert, in uns und um uns und mit uns. Nur sie weiss, was zu tun ist, was zu wandeln ist und wo es hingeht.

Deshalb ist es auch nicht unbedingt die Zeit ToDoListen abzuarbeiten, möglichste viele Fenster zu putzen oder Schubladen auszusortieren. Es ist die Zeit der Innenschau, des inneren Großreinemachens, des Ausmistens in uns selbst. Wer bin ich, was will ich, bin ich da wo ich hingehöre, was ist mir wichtig, was brauch ich usw? Ein guter produktiver Tag ist in diesen Zeiten nicht der an dem ich die meisten Regale abgestaubt habe, sondern der, an dem ich innerlich gewachsen bin weil ich was über mich gelernt habe, an dem ich besonders gut für mich da war und mich um mich gekümmert habe. Leider oft kein Grund für Applaus in der alten Welt, aber eine wichtige Fähigkeit für die neue Welt. Und die zu erlernen, darum geht es jetzt. Das ist die Qualität dieser Zeit, dieses luftleeren Raums, dieses PhoenixAusDerAscheMoments.

Das Versteck der Weisheit

Vor langer Zeit überlegten die Götter, dass es sehr schlecht wäre, wenn die Menschen die Weisheit des Universums finden würden, bevor sie tatsächlich reif genug dafür wären. Also entschieden die Götter, die Weisheit des Universums so lange an einem Ort zu verstecken, wo die Menschen sie solange nicht finden würden, bis sie reif genug sein würden.
 
Einer der Götter schlug vor, die Weisheit auf dem höchsten Berg der Erde zu verstecken. Aber schnell erkannten die Götter, dass der Mensch bald alle Berge erklimmen würde und die Weisheit dort nicht sicher genug versteckt wäre. Ein anderer schlug vor, die Weisheit an der tiefsten Stelle im Meer zu verstecken. Aber auch dort sahen die Götter die Gefahr, dass die Menschen die Weisheit zu früh finden würden.
 
Dann äußerte der weiseste aller Götter seinen Vorschlag: „Ich weiß, was zu tun ist. Lasst uns die Weisheit des Universums im Menschen selbst verstecken. Er wird dort erst dann danach suchen, wenn er reif genug ist, denn er muss dazu den Weg in sein Inneres gehen.“
 
Die anderen Götter waren von diesem Vorschlag begeistert und so versteckten sie die Weisheit des Universums im Menschen selbst.

Autor unbekannt

4.April 2020

Heute wurde ich an etwas Wichtiges erinnert. In der Aufstellungsarbeit gibt es drei kostbare Helfer. Die Verwirrung, die Hilflosigkeit und das NichtWissen. Wenn ich als Aufsteller verwirrt bin und sich Hilflosigkeit breit macht weil ich nicht um die Lösung weiss, dann bin ich auf dem richtigen Weg und der Lösung näher als je zuvor.

Die Verwirrung bietet die Möglichkeit wirklichen Wandels, denn nur so kann man Neues zulassen. Die Hilfslosigkeit gibt Raum für das was erscheinen möchte und lässt die Erinnerung an die wissenden Ressourcen des Feldes und damit die Lösung kommen. Das NichtWissen gibt Raum neue Ansätze und Ideen zuzulassen. Nur wenn ich nichts weiss ist alles offen und alles möglich.

Diese kostbaren Helfer des Aufstellers können wunderbar auf diese Zeit angewendet werden und helfen weniger nach Lösungen als denn nach innerer Haltung zu suchen und zu streben, um die Krise persönlich und damit auch global zu bewältigen. Denn wie heisst es so schön bei Rilke…

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

Rainer Maria Rilke

Ich lade dich deshalb ein nicht gegen die Verwirrung, Hilflosigkeit und das NichtWissen zu kämpfen, aus dem Widerstand zu treten und die drei stattdessen doch mal zum Kaffee einzuladen. Lass dich auf diese Gefühle ganz bewusst ein, schau sie dir an, versuch sie mitzunehmen und ihnen Platz und Gehör zu schenken. Denn sie könnten nach der dritten Tasse Kaffee und fünf Stück Kuchen durchaus ihren Schrecken verlieren, dir durch ihre Anwesenheit kostbare Dienste erweisen und das Geschenk des wirklichen Wandels bereithalten.

In diesem Sinne bleib offen und gesund!

25.März 2020

An alle, die sich emotional gerade völlig überfordert fühlen und nicht mehr wissen wo oben und unten ist. An alle, die dieser Zeit absolut nichts Gutes abgewinnen können. All denen: Es ist völlig in Ordnung mit der Gesamtsituation nicht klar zu kommen, wütend, hilflos oder traurig zu sein, sich ohnmächtig zu fühlen. Du bist nicht falsch und du machst nichts falsch.

Wenn du alleinerziehend zuhause sitzt im Homeoffice, du nicht weisst wie du morgen noch deine Angestellten bezahlen sollst, die ungewisse Finanzierung des laufenden Kredits für dein neues Café dich in den Schlaf verfolgt oder du persönlich von der Krankheit betroffen bist. Dann ist es wirklich zu viel verlangt jetzt gerade das Gute an dieser Zeit zu erkennen.

Aber vielleicht kann ich dich einladen das im Hinterkopf zu behalten, irgendwo für später oder zwischendurch abzuspeichern, für die kurzen Verschnaufpausen zwischendrin wenn dir die Frühlingssonne ins Gesicht scheint oder die Tage am Ende wieder heller werden. Dich dann daran zu erinnern, dass es durchaus etwas Gutes daran gegeben haben könnte. Nicht um das Schlechte zu negieren, sondern um dem Guten eine Chance zu geben.

Und wenn du das, aus für dich guten Gründen, auch nicht schaffen solltest, macht das auch nichts. Denn, wenn genug von denen, die jetzt Platz und Raum und Zeit haben eben dieses Gute zu sehen, dahin schauen, dann ziehen wir euch andere einfach mit. Das tun wir gerne. Denn es werden auch wieder Zeiten kommen wo ihr positiver seid als wir und wir euch dann auf der anderen Seite der Wippe brauchen um alles wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Seid lieb zueinander und passt auf euch auf! Und bleibt gesund!

23.März 2020

Mir geht es gut. Ich habe mich lange nicht mehr so lebendig gefühlt. Das mag angesichts der Angst die viele Menschen verspüren, der finanziellen Sorgen, die sie umtreiben und der gesundheitlichen Probleme, die sie selbst oder ihre Lieben jetzt dadurch haben, zynisch klingen. Aber ich glaube und spüre ganz fest, dass da gerade etwas Grosses und Wundervolles geschieht. Dass uns eine ungeheure Kraft in die richtige Richtung schubsen will. Und wie wir das auch aus persönlichen Krisen und Krankheiten kennen, bewegen wir uns leider immer erst wenn der Leidensdruck gross genug ist.

Mutter Erde hat uns lange gebeten uns mit ihr zu beschäftigen, die Verschmutzung und den Raubbau einzustellen, uns wieder als Teil dieser Schöpfung zu sehen anstatt sie zu unserem Nutzen auszubeuten. Ein Virus ist genauso Natur wie du und ich und alles was uns umgibt. Er macht nicht halt an Staatsgrenzen oder Hautfarben, armen oder reichen Türen. Er verbindet uns jetzt alle. Auf dass wir endlich – wenn auch jetzt eben schmerzhaft, weil wir nicht hören wollten – merken wie zerbrechlich die Natur ist und, dass deren Zerstörung nicht an unserer Hautgrenze Halt macht, dass wir uns selbst mit in die Tiefe reißen.

Gestern meinte Dr Michal Yakir in einem Interview, es seie interessant, dass kurz nach den verheerenden Bränden in Australien und dem Amazonas, den grünen Lungen unserer Erde, jetzt die menschlichen Lungen brennten.

Das was jetzt passiert ist keine Strafe einer grausamen Mutter Erde, kein bösartiges WennIhrNichtHörenWolltSoSolltIhrFühlen. Es ist ein liebevolles Rettungsmannöver des Großen Ganzen und es liegt an uns die unausweichlichen Opfer jetzt so klein wie möglich zu halten. Und dafür sollten wir aus unserer menschlichen Arroganz treten und uns endlich wieder als Teil des Großen Ganzen begreifen anstatt es zu zerstören.

Man muss gegen dieses Virus genausowenig kämpfen wie gegen Krebs oder Aids. Krankheit ist keine Strafe sondern eine Hilfe. Sie spricht eine ziemlich deutliche Sprache und passt immer zu dem was sich auf seelischer Ebene zeigen will und keinen Ausdruck oder kein Gehör findet (siehe meine Beiträge über Lunge und Asthma im Blog). Wenn ich es zum Feind erkläre wird es sich nicht gesehen fühlen und bleiben bis ich hinschaue und verstehe (siehe dazu auch meine Idee auf der Startseite). Keine Krankheit und kein Erreger empfindet Lust an den Schmerzen die sie oder er zufügt. Es ist immer ein liebevoller Akt unseres Lebens uns wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Dafür muss manchmal der Finger in die Wunde gelegt werden.

Und für alle, die große Angst verspüren diese Krise materiell, seelisch, gesundheitlich nicht unbeschadet zu überstehen: Erinnere dich an schwierige Situationen. Krisen oder schwere Krankheiten, die du überstanden hast in deinem Leben. Erinnere dich wie gestärkt du daraus als neuer, besserer, wahrhaftigerer Mensch heraus gegangen bist, und dass du überlebt hast. Und jetzt wende dieses Wissen auf die jetzige Situation an. Und stell dir vor alle tun dasselbe. Da kann wahrlich Großartiges entstehen.

Bitte haltet euch an die verordneten Vorsichtsmaßnahmen und bleibt gesund und zusammen!

21.März 2020

Gestern habe ich nach dem Video eines meiner Lieblingslehrer Hp Michael Antoni beschlossen die Realität zu ignorieren. Die Realität zu ignorieren bedeutet nicht es nicht wahr haben zu wollen, es zu leugnen was gerade passiert, es geht nicht um Verdrängung. Die Realität zu ignorieren heisst, nur noch Gedanken zu denken die mir gut tun. Es geht um Fokusverschiebung.

Auch wenn es gerade nicht für jeden so wirken mag, aber ich kann mich entscheiden ob ich mit der Angst oder dem Vertrauen gehen will, ob meine Welt sich schwarz oder warm anfühlt, ob die Vorstellung der Zukunft düster oder rosig ist. Indem ich meinen Fokus jetzt auf die Gedanken richte die mir gut tun.

Ich habe mich im Zuge dessen gestern zb entschieden meinen Morgenpost Corona newsticker zu löschen. Die wichtigsten News kommen eh bei mir an. Ich schaue mir auch keine Infizierten-, Gesundeten- und Totenzahlen mehr an. Weil, was ändert das für mich, ausser dass ich mich schlechter fühle? Zumal wir doch meist garnicht wissen wie diese Zahlen zustande kommen, sie nie in Relation gesetzt und oft Äpfel mit Birnen verglichen werden. Die Gesundung ist übrigens nicht Meldepflichtig und liegt höchstwahrscheinlich viel höher als in den Statistiken, was uns ja durchaus stresslich entlasten würde.

Und stresslich entlasten ist genau das um was es in der Fokusumschaltung geht. Die Lage ist wie sie ist. Was wir daraus machen, haben wir in der Hand. Angst erzeugt Stress und Stress macht krank. Sich dagegen abzuschirmen ist momentan sehr schwierig, aber es geht.

Bleibt bei euch, häuslich und emotional, hört in euch hinein, spürt euren Atem und die Beine auf dem Boden, fühlt euer Herz schlagen, vielleicht ein bißchen schneller als üblich, aber es schlägt, ihr atmet, alles ist wie immer. Schaut raus, die Bäume schlagen aus, die Vögel fangen an ihre Nester zu bauen, die Sonne färbt den Himmel Frühlingsblau. Die Natur ist noch da, die Welt und das Jahresrad drehen sich weiter. Das Leben ist noch da, um euch, in euch. Frühling.

Den Fokus da zu halten ist nicht einfach. Es ist Arbeit und Anstrengung. Auch für mich. Aber ich will dahin gucken. Da wo die Sonne scheint und ich das grosse Ganze spüre, das Leben, das immer für uns ist auch wenn sich das nicht immer gleich so anfühlt, auch wenn wir es machmal nicht erkennen. Wie oft haben wir danach gewusst wofür es gut war. Der nicht bekommene Job, die vergangenen Lieben, die Krankheiten und Verluste.

Es ist interessant, denn das was jetzt gerade auf einer globalen Ebene passiert ist nichts anderes was uns auf der persönlichen immer zu begegnet. So behandle ich aus meinem homöopathischen Verständnis heraus Patienten und frage sie ‚wofür könnte das gut sein (dieser Schmerz), was ist die gute Absicht (dieser Krankheit), das Geschenk darin‘. Den meisten fällt direkt etwas ein. Auch diese Krise ist eine Chance.

Den Fokus zu verlagern gibt dieser Chance eine Chance. Nicht nur für dich ganz persönlich weil du nur noch Gedanken zulässt die dir gut tun, sondern der ganzen Menschheit. Wenn genug Leute sich umdrehen und in die andere, bessere Richtung gucken, werden die anderen diesem Blick folgen.

Deshalb gebt gerade jetzt besonders Acht auf das was ihr denkt. Gedanken können vergiften oder beflügeln. Negative Gedanken machen krank, positive gesund. Nehmt eure Sorgen und Ängste wahr und entscheidet euch dann in voller Annahme dieser trotzdem in die andere Richtung zu schauen. Lasst euch nicht um euer Wohlbefinden bringen von dem Druck der da gerade von Außen auf uns wirkt. Bleibt bei euch und eurer Version von einem guten Ende indem ihr euch guten Gedankes dahin denkt.

Ganz praktisch mache ich das zb gerade wenn ich wieder abrutsche in ein ein negatives Gedankenkarussell so: Ich habe einen Acker. Immer von Mai bis November. Ein wundervoller Ort. Ein wichtiger Ort. Ich stelle mir also vor dass ich da jetzt bin, auf meinem Acker. Nicht wie ich letztes Jahr da war und auch nicht wie ich im Sommer wieder da sein werde. Sondern wie ich jetzt gerade da bin. Weil mein Acker weder eine schöne Erinnerung noch eine sehnsuchtsvolle Zukunftsidee ist, sondern jetzt im Moment da draussen existiert. Ich könnte hin fahren. Dort findet gerade die Bodenbearbeitung statt, die ersten Pflanzen und Zwiebeln kommen bald in die Erde. Ich stehe also da auf meinem Acker am 21.März 2020 und rieche die braune frisch aufgeworfene Erde, höre die Feldlerchen in der Luft stehend lustige Lieder singen, spüre den Wind in meinem Gesicht und atme. Während ich in meinem Bett liege und nicht einschlafen kann weil mich mal wieder die allgemeine Welle überrollt hat. Und es funktioniert.

Deshalb, bitte!, für dich und die Menschheit und diese Welt: such diese Gedanken und Gefühle in dir drin und verschieb deinen Fokus in eine konstruktivere und schöpferische Richtung. Und bleib gesund.

19.März 2020

Gedanken. Ich arbeite immernoch und stetig an einer inneren Haltung und äusseren Strategie in meinem eigenen Umgang mit dem was grade passiert. Momentan will ich mich an die Vorsichtsmassnahmen halten weil sie übertragungstechnisch Sinn machen. Ob das alles nötig ist, da sind wir halt erst hinterher schlauer.

Wichtig ist, es ohne Angst zu tun, sportlich zu nehmen, sich darüber auszutauschen, nicht in die Starre zu gehn. Und ganz wichtig, seinem Gefühl zu folgen und in jeder Situation neu zu entscheiden. Geh ich dahin, fahr ich ubahn oder Auto etc? Unsere Intuition ist unser bester Kompass. Starre, selbst auferlegte Regeln machen unnötig Angst und eng. Und das erzeugt Stress und das ist nicht förderlich fürs Immunsystem.

Ausserdem hat diese Situation jetzt auch so viel Gutes auf das wir uns auch hinsichtlich unserer Gesundheit konzentrieren sollten. Denn da wo der Fokus hingeht, dahin fliesst die Kraft. All die Entschleunigung und geschenkte Zeit für überlastete Familien, Workaholics, die jetzt ausschlafen und sich einen Spielenachmittag mit den Kindern gönnen dürfen/müssen. Dieses Zurückgeworfensein auf sich selbst und den innersten Kreis, zwingt zur Innenschau und zur Besinnung auf das Wesentliche. Ich finde es fühlt sich grade an wie ganz lange Weihnachtsfeiertage. Da is einfach viel Gutes drin und ich hoffe, dass genug Menschen diese Chance sehen und ergreifen.

Die Natur regeneriert sich, Tiere haben wieder mehr Platz wenn wir uns zurückziehen, alles kommt wieder ein bisschen runter und in Balance. Es fühlt sich an als würde Mutter Erde uns liebevoll aber bestimmt an den Schultern packen und sagen ‚Sssccchhht ganz ruhig komm mal wieder runter, alles ist gut, atme‘.

Wenn wir diesem Ruf folgen, und dabei die Vorsichtsmassnahmen einhalten, dann kann da was Wundervolles daraus werden. Wir wachsen zusammen, uns wird wieder klar wie gleich und verletzlich wir sind und wie mächtig und liebevoll die Natur ist. Das wünsch ich uns allen sehr. Wenn so viele wie möglich dahin kommen, können wir die anderen mitziehen. Eine schöne Vorstellung von einer anderen besseren Welt.

Bleibt gesund und zusammen!

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